IT-Experte für Digitalisierung bei der KVWL:
 5 Fragen an Kai van Nuis

Was bedeutet Digitalisierung für eine Organisation wie die KVWL und welche Aufgaben ergeben sich daraus? Kai van Nuis, IT-Experte für Digitalisierung, berichtet über seinen Weg bei der KVWL, die Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen IT und dem Gesundheitswesen und seiner Motivation. 

1. Herr van Nuis, wer sind Sie und was machen Sie bei der KVWL?

Vor etwa zehn Jahren bin ich nach meinem Studium und einigen Stationen in der Wirtschaft bei der KVWL in der IT-Administration eingestiegen. Nach ersten, recht technisch geprägten Projekten habe ich dann angefangen, mich mehr und mehr in die fachliche Steuerung von Projekten und Produkten einzuarbeiten. Ein nächster Schritt war die Prozess- und Anforderungsanalyse, also die Koordination von fachlichen Anforderungen und IT-Leistungen. Unsere IT bietet sowohl unseren Mitgliedern – der Ärzteschaft in Westfalen-Lippe – als auch unseren internen Fachabteilungen  verschiedene Services und Softwareunterstützung. Als schließlich die Stabsstelle für Digitalisierung geschaffen wurde, habe ich die Herausforderung gerne angenommen.

2. Was führte Sie zur KVWL? Gab es besondere Gründe, im Gesundheitswesen zu arbeiten?

Ich bin quasi familiär vorbelastet. Einige arbeiteten bereits im Gesundheitswesen, als ich nach dem Abitur meinen Zivildienst als Rettungssanitäter absolviert habe. Auf Dauer war das aber doch nicht der richtige Job für mich – mir fehlte die technische Komponente. Nach meinem Studium habe ich mich dann regional nach interessanten Arbeitgebern umgesehen. Schlussendlich hat das Gesamtpaket bei der KVWL gestimmt!

3. Gesundheitswesen und Digitalisierung: Wie passt das zusammen?

Digitalisierung ist keine Frage der Branche, es ist DER Trend, der sich durch alle Lebensbereiche zieht. Für uns als wichtiger Player im deutschen Gesundheitssystem eröffnen sich durch die Digitalisierung neue Möglichkeiten. Eine unserer Hauptaufgaben ist die Sicherung unserer Gesundheitsversorgung. Ich denke da vor allem an bevölkerungsärmere Regionen, in denen die Dichte an Ärzten naturgemäß geringer ist als in größeren Städten. Patienten müssen hier oft längere Wege in Kauf nehmen, wenn sie zum Arzt wollen. Diese Gebiete in Westfalen-Lippe sind schwieriger zu versorgen – dennoch ist es unser Auftrag das hinzubekommen! Neue Techniken und Angebote werden uns dabei helfen, innovative Lösungen anbieten zu können.

Ebenso helfen uns digitale Lösungen bei der Interaktion und Verknüpfung von ambulanten und stationären Angeboten. Wir werden den Kontakt und die Abstimmung zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und ergänzenden Leistungserbringen der Gesundheitsbranche verbessern können –  zum Beispiel mit gemeinsamen einheitlichen Kommunikationsplattformen. Dabei darf die Digitalisierung nie zum reinen Selbstzweck verkommen – unsere Aufgabe ist es, einen konkreten Mehrwert für Arzt und Patient zu schaffen.

4. Berichten Sie uns etwas mehr über Ihre Aufgaben. Mit welchen Themen und Herausforderungen befasst sich die Stabsstelle Digitalisierung?

Die KVWL entwickelt sich immer weiter zum modernen Dienstleister. Dieser Veränderungsprozess erfordert natürlich eine Veränderung der Kultur des Arbeitens und der Kommunikation. Bei beidem kann die Digitalisierung unterstützen. Eines unserer Ziele ist es, die Ärzteschaft von Routineaufgaben zu entlasten. Ein Beispiel: Aktuell muss ein Arzt seine erworbenen Zertifikate papiergebunden bei uns einreichen, um seine Fortbildungen nachzuweisen. In Zukunft kann man sich jedoch auch vorstellen, dass die erworbenen Fortbildungszertifikate direkt digital von der Ärztekammer zur KVWL übermittelt werden – das kürzlich verabschiedete eGovernment-Gesetz bietet uns hier viele Möglichkeiten zur eigenen Ausgestaltung. Das ist übrigens auch einer der Vorteile der Arbeit bei der KVWL: Wir reagieren nicht nur auf Vorgaben, wir gestalten sie. 

5. Gibt es etwas, dass Sie IT-Studenten für einen Einstieg bei der KVWL mitgeben würden?

Lernen Sie uns direkt kennen – auf einer der einschlägigen Job-Messen in Dortmund und Umgebung. Wir sind auch überregional, z. B. in Köln, Berlin oder Hannover, vertreten. An unserem Messestand treffen Sie sowohl Kollegen aus der IT als auch aus dem Personalbereich. Dort ist es auch abseits von Bewerbungsgesprächen möglich, alles zu fragen, was man schon immer über die KVWL und das Gesundheitswesen wissen wollte. Das gilt natürlich auch für IT-Fachfragen!

Weitere Einblicke in die IT-Arbeit der KVWL

Eine Organisation wie die KVWL stellt ganz unterschiedliche Anforderungen an die IT.

Welche Netzwerktechnik braucht eine Organisation wie die KVWL? Und wie wird sie bereitgestellt und auf dem neuesten Stand gehalten? 

Was zeichnet die IT-Sicherheit im Gesundheitswesen aus und was macht diese Branche für Informatiker besonders spannend?

Kollaboration und Vernetzung – das sind zwei zentrale Themen in der Digitalisierung der Arbeitswelt. Über die Einführung neuer Kommunikationstechnologien.

IT bei der KVWL – ein spannendes Feld mit ganz unterschiedlichen und teilweise sehr individuellen Herausforderungen. Geschäftsbereichsleiter Dr. Georg Diedrich und sein Stellvertreter Stephan Hoevels geben Einblicke.