IT-Experte für Netzwerksicherheit bei der KVWL: 5 Fragen an Thomas Langemeier

Was zeichnet die IT-Sicherheit im Gesundheitswesen aus und was macht diese Branche für Informatiker besonders spannend? Darüber haben wir mit Thomas Langemeier, IT-Experte für Netzwerksicherheit gesprochen.

1. Herr Langemeier, verraten Sie uns, wer Sie sind und was Sie tun!

Ich bin 36 Jahre alt, leidenschaftlicher Sportler und komme mitten aus dem Pott – aus Essen. Nach meinem Studium der angewandten Mathematik mit Schwerpunkt Datensicherheit und später der angewandten Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze bin ich jetzt seit acht Jahren bei der KVWL.

Gestartet bin ich als System- und Applikationsadministrator im Rahmen eines Projektes zur sicheren elektronische Arzt-Kommunikation – ein toller Einstieg um mit vielen verschiedenen Technologien und Aufgabenfeldern in Berührung zu kommen. Nach etwa einem Jahr übernahm ich dann Tätigkeiten im Bereich der Netzwerk- und Sicherheitsinfrastruktur und kann mich seitdem in einem der spannendsten, abwechslungsreichsten und manchmal rasantesten Aufgabenbereiche bewegen. Allein das technologische Spektrum reicht dabei vom klassischen Switching und Routing über Firewalls, VPN, Intrusion Prevention, Web- und Email-Security-Gateways bis hin zu Reverse Proxies, Content Switching, Loadbalancing und noch einigem anderen.

Im Team verantworten wir sogar noch wesentlich mehr Aufgabenfelder, z. B. Rechenzentrumsbetrieb, Basisinfrastruktur, Datenbanken. Gerade diese breite Streuung der Aufgaben und Themen und das gut funktionierende Team machen für mich den Reiz meiner Arbeit aus.

2. Was führte Sie zur KVWL? Gab es besondere Gründe im Gesundheitswesen zu arbeiten?

Zur KVWL bin ich damals ganz klassisch über eine Stellenanzeige gekommen. Dortmund war dabei für mich ein guter Standort. Das Gesundheitswesen war dabei für mich anfänglich gar nicht so relevant – „IT ist IT“ habe ich mir gesagt. Mittlerweile weiß ich die Arbeit im Gesundheitswesen wirklich zu schätzen. Zum einen arbeitet man für eine Sache, die von öffentlichem Interesse ist und nun wirklich alle angeht, zum anderen bietet die KVWL als öffentlicher Dienstleister bemerkenswerte Rahmenbedingungen wie Gleitzeit und Überstundenvergütung bzw. -ausgleich.

3. Was ist das Besondere beim Thema Netzwerk(-sicherheit), wenn man die KVWL betrachtet? Wodurch zeichnet sich der Bereich besonders aus?

Zum einen haben wir dieselben Aufgaben wie viele andere IT-Bereiche in anderen Unternehmen auch. Wir stellen die Basisinfrastruktur für verschiedenste interne und externe Dienste und Anwendungen bereit und sorgen dafür, dass die Mitarbeiter an unseren Standorten mit Netzwerk, Telefonie etc. versorgt werden.

Dabei müssen wir neben Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit insbesondere auch ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Die Daten mit denen wir als KVWL umgehen, sind zum Teil Personen- und Patientendaten und gehören damit zu den sensibelsten überhaupt.

4. Berichten Sie uns etwas mehr über Ihre Aufgaben. Mit welchen Fragenstellungen und Herausforderungen befasst sich Ihr Bereich?

Durch die eben angesprochene extrem hohe Sensibilität unserer Daten gibt es gerade bei der Kommunikation und der Datenübertragung von und mit Akteuren im Gesundheitswesen besondere und sich stets weiterentwickelnde Anforderungen an die Sicherheitsmechanismen. Aktuelle, zum Teil auch erfolgreiche Angriffe auf diverse Unternehmen – darunter auch Krankenhäuser – zeigen, wie brisant der Umgang mit solchen Daten sein kann und wie hoch deren Schutz anzusehen ist. Für unser Team heißt das, dass wir auf Veränderungen immer sehr schnell reagieren müssen.

5. Was fasziniert Sie an der Arbeit hier und was würden Sie IT-Studenten für einen Einstieg bei der KVWL mitgeben?

Mich begeistert in erster Linie das kollegiale Umfeld, in dem ich arbeite. Viele unterschiedliche Charaktere steuern aus den jeweils eigenen Bereichen und Teams etwas zu einem Projekt bei. Obwohl man Spezialist in seinem Aufgabengebiet ist, arbeitet man selten für sich allein.

Gleichzeitig hat man die Möglichkeit, Projekte nicht einfach nur wie nach Vorgabe umzusetzen. Stattdessen wirken alle aktiv an Ausprägung und Realisierung mit. Wir bringen eigene Ideen und Konzepte ein, die bis zur Umsetzung reifen und umgesetzt werden.

Meiner Meinung nach sollten sich IT-Absolventen und angehende Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit im Team wohlfühlen und sich von teils rasanten Entwicklungen nicht abschrecken lassen. Gerade im Sicherheitsumfeld kann das durchaus anstrengend sein, bietet aber am Ende des Tages unheimlich viel und macht auch noch Spaß.

Weitere Einblicke in die IT-Arbeit der KVWL

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Kollaboration und Vernetzung – das sind zwei zentrale Themen in der Digitalisierung der Arbeitswelt. Über die Einführung neuer Kommunikationstechnologien.

IT bei der KVWL – ein spannendes Feld mit ganz unterschiedlichen und teilweise sehr individuellen Herausforderungen. Geschäftsbereichsleiter Dr. Georg Diedrich und sein Stellvertreter Stephan Hoevels geben Einblicke.