"Fast schon radikaler Durchbruch auf dem Gebiet eines vernetzten Arbeitens zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten"

 

CIO des Jahres-Jury über das Projekt Fallakte

Mitte November wurde in München zum 16. Mal die Auszeichnung „CIO des Jahres – die höchste Auszeichnung für IT-Anwender in Deutschland“ – von den Fachzeitschriften Computerwoche und CIO-Magazin verliehen. In die Top 5 der Kategorie „Public Sector“ schaffte es KVWL-IT-Bereichsleiter Dr. Georg Diedrich mit einem sektorenübergreifenden Projekt zur elektronischen Fallakte.

Sektorenübergreifende Vernetzung „kann im Ernstfall Leben retten“

 

Gemeinsam mit Burkhard Fischer, IT-Leiter der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW), verfolgt Diedrich seit mehreren Jahren das Ziel einer umfassenden elektronischen Fallakte. Mit deren Hilfe sollen niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser enger zusammenarbeiten können. Im Prinzip funktioniert das so: Der Hausarzt legt eine elektronische Fallakte für den Patienten an. Behandelnde Fachärzte und Kollegen aus dem Krankenhaus greifen auf die Akte zu und ergänzen sie. Im Ergebnis werden z.B. Doppeluntersuchungen vermieden

Ein enormer Fortschritt in der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung, den auch die Jury in ihrer Begründung als "fast schon radikalen Durchbruch auf dem Gebiet eines vernetzten Arbeitens zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, und das im Sinne der Patienten" erkannte. Weiter heißt es: "Auf technologischer Seite ist die Nutzung von SAML Security Tokens für die rechtssichere, systemübergreifende Identifikation hervorzuheben. Als besondere Herausforderung meisterten Diedrich und Fischer die Kopplung der Systeme der verschiedenen Anspruchsgruppen und trugen zur Verbreitung der elektronischen Akte bei. Das 'Vernetzte Aktensystem' ist effizient und intelligent und kann im Ernstfall Leben retten."

Der Verein Healthcare NRW und ein breit aufgestelltes Netzwerk

 

Die Fallakte wurde über einen eigens gegründeten Verein – „Healthcare NRW" – entwickelt, da dieser als neutral wahrgenommen wurde. Neben der KVWL und der KGNW sind die KV Nordrhein und die IT-Tochter des Uniklinikums Aachen (Healthcare IT Solutions GmbH) Partner der ersten Stunde. KVWL-intern unterstützt wurden Diedrich und Fischer von Dr. Rainer Fehling, Projektleiter bei der KVWL, und Jakob Scholz (ehemals Projektleiter bei der KGNW, heute Abteilungsleiter eHealth und Gremien bei der KVWL). Im fortgeschrittenen Verlauf sind weitere Player der Gesundheitsbranche hinzugekommen: so sind mittlerweile u.a. die Telekom Healthcare Solutions GmbH, das Fraunhofer ISST, die Medecon Ruhr GmbH, die FH Dortmund und verschiedene Ärztenetzte aus Westfalen-Lippe Mitwirkende im Projekt Fallakte.

Der Weg ist noch lang

 

Auf dem Weg zum Erfolg mussten Diedrich und Fischer viele Hürden nehmen: „Jeder Arzt, jedes Krankenhaus hat eine eigene Meinung, die es zu berücksichtigen galt. Wir mussten viel mit den Beteiligten reden, sie verstehen, sie überzeugen, aber dann auch mal machen." Das alles hat sich nun gelohnt – mit der Würdigung in München und mit der Aussicht darauf, dass alle Beteiligten weiter daran arbeiten, die Etablierung der Fallakte voranzutreiben.